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Forschung und Forschungskooperationen im Fachgebiet Sicherheitstechnik/Sicherheits- und Qualitätsrecht

Compliance - Arbeitsschutzmanagement

Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten in Betrieben und Verwaltungen sollten

  • systematisch organisiert,
  • als Führungsaufgabe gemanagt und
  • professionell durchgeführt werden.

Dies ist die Grundlage für die Nachhaltigkeit von Maßnahmen und gewährleistet nicht zuletzt Beiträge des Arbeitsschutzes zum Unternehmensergebnis.

Wie bei anderen betrieblichen Aufgaben (z. B. der Qualitätssicherung) ist daher auch für die Sicherheit, die ergonomische Gestaltung der Arbeit, den Gesundheitsschutz und die Gesundheitsförderung die Einführung und Aufrechterhaltung eines entsprechenden Managementsystems sinnvoll. Ein solches Arbeitsschutzmanagementsystem (AMS) sollte in bestehende Managementsysteme integriert sein.

Seit 2002 existiert für den Aufbau eines AMS ein allgemein anerkannter Leitfaden, der „nationale (deutsche) Leitfaden für AMS“. Er wurde von allen in Deutschland im Arbeitsschutz relevanten Gruppen vor allem auf Basis der „ILO-Leitlinien für AMS“: ILO/OSH 2001 „Guidelines on Occupational Safety and Health Management Systems” im Konsens erarbeitet. Seine Anwendung ist freiwillig.

Seit Anfang 2003 verwenden Unternehmen den nationalen Leitfaden für AMS für den Aufbau eines unternehmensspezifischen AMS. Um wissenschaftlich fundierte Erfahrungen mit der Anwendung dieses Leitfadens zu sammeln und zur Überprüfung seiner Praktikabilität, förderte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zwei modellhafte betriebliche Beratungen. Das Fachgebiet Sicherheits- und Qualitätsrecht war an der Begleitung dieser Fördermaßnahmen beteiligt.

 

 

Modellhafte betriebliche Beratung zum Thema „Arbeitsschutzmanagement im Handel: Pilotprojekt REWE“

Mit dem Forschungsanwendungsvorhaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin - BAuA (F 2088) ist modellhaft die Umsetzung des nationalen Leitfadens für Arbeitsschutzmanagementsysteme in der Niederlassung West des Handels- und Dienstleistungsunternehmens REWE erprobt worden. Dabei wurde insbesondere an die Ergebnisse des Forschungsanwendungsvorhabens der BAuA „Qualitätsmanagement und integrierter Arbeits- und Gesundheitsschutz. Modellprojekt der REWE-Zentralorganisationen: Logistik, Lagerwirtschaft“ (BAuA-Forschungsanwendungsbericht Fa 47) und des BAuA-Forschungsprojekts "Ermittlung des Standes von Sicherheit und Gesundheitsschutz infolge des neuen Arbeitsschutzrechts" (BAuA-Forschungsbericht Fb 952) angeknüpft. Weitere Erkenntnisse und Erfahrungen zum Thema AMS wurden berücksichtigt. Mit dem Vorhaben wurden Beiträge zur Entwicklung eines handelsspezifischen Leitfadens für AMS entwickelt.

Die Ergebnisse des Projekts "AMS Handel“ belegen, dass die Einführung systematischer Konzepte wesentliche Impulse zur Verbesserung der Effektivität von Sicherheit und Gesundheitsschutz leisten können. Andere Handelsunternehmen können sich an den modellhaften Ergebnissen orientieren. Die interessierten Kreise sind nun gefordert, eine nachhaltige Fortsetzung dieser erfolgreichen Aktivitäten auf dem Weg zur "Healthy Company" zu unterstützen.

 

Auftraggeber: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Beteiligte Forschungseinrichtungen: Institut ASER, Wuppertal; Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin, BIPS

Laufzeit: 09/2003 – 12/2004 (abgeschlossen)

Literatur: Larisch; J. / Ritter, W. / Saßmannshausen A. / Lang, K.-H. / Pieper, R. / Hien, W. (2005): Ansätze und Beispiele zur systematischen Verbesserung von Sicherheit und Gesundheit im Handel, Fa 60. Bremerhaven. Wirtschaftsverlag NW; http://www.nw-verlag.de/ns/index.htm(in zusammengefasster Form unter http://www.baua.de auch als Quartbroschüre erhältlich)

 

 

Modellhafte betriebliche Beratung zum Thema „Konzeption und Einführung eines betriebsspezifischen Arbeitsschutzmanagementsystems entsprechend dem nationalen Leitfaden für Arbeitsschutzmanagementsysteme im Aus- und Fortbildungszentrum der E.ON Kraftwerke GmbH“

Das Aus- und Fortbildungszentrum der E.ON Kraftwerke GmbH  (AFZ) in Gelsenkirchen-Buer wies bereits im Vorfeld der Fördermaßnahme ein hohes Niveau in seiner Arbeitsschutzleistung auf, hatte aber noch kein Arbeitsschutzmanagementsystem eingeführt.

Mit der im Rahmen der modellhaften betrieblichen Beratung unterstützten Einführung eines betrieblichen AMS auf der Basis des nationalen Leitfadens im Rahmen des verband das AFZ die folgenden Zielsetzungen:

  • Kontinuierliche Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz
  • Systematisierung der Vorgehensweisen im Arbeitschutz,
  • Verbesserung der Transparenz der externen Forderungen und deren Erfüllung,
  • Verbesserung der Arbeitsschutzorganisation,
  • Steigerung der Wirksamkeit der Arbeitsschutzaktivitäten,
  • Klärung und Verbesserung der arbeitsschutzrelevanten Schnittstellen (auch solchen zu externen Stellen, wie z. B. der Berufsschule) sowie
  • Pilotartige Erprobung eines betrieblichen AMS.

Der nationale Leitfaden erwies sich als gute Handlungshilfe zur Gestaltung eines betriebsspezifischen AMS des AFZ und konnte den betrieblichen Bedürfnissen entsprechend angewendet werden. Die Ziele des Vorhabens wurden erreicht; die vorliegenden Ergebnisse sind für weitere Institutionen der beruflichen Aus- und Fortbildung anwendbar.

Auftraggeber: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Beteiligte Forschungseinrichtungen: Institut fbt Forschung-Beratung-Training, Dr. Albert Ritter, Ottersberg

Laufzeit: 09/2003 – 12/2004 (abschlossen)

Literatur: Ritter, A. / Dresenkamp, J. (2005): Arbeitsschutzmanagement in der beruflichen Aus- und Fortbildung, Fa 61. Bremerhaven. Wirtschaftsverlag NW; http://www.nw-verlag.de/ns/index.htm (in zusammengefasster Form unter http://www.baua.de auch als Quartbroschüre erhältlich)